Allgemeine Verarbeitungs- und Sicherheitshinweise

1. Toleranzen

Bei Textilien, insbesondere bei Maschenstoffen, muss mit gewissen Produktionstoleranzen gerechnet werden. Dies betrifft Gewicht, Farbe, Breite und sonstige Eigenschaften. Um solche Toleranzen möglichst gering zu halten, sollte in jedem Fall immer versucht werden, gleiche Produktionschargen zusammen zu verarbeiten.

2. Transport und Lagerung

Um Stauchungen und Beschädigungen durch Druckstellen zu vermeiden, sollten Rollen vollflächig liegend transportiert und gelagert werden. Die Lagerung sollte bei regulären Temperaturen und durchschnittlicher Luftfeuchtigkeit erfolgen. Zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann, insbesondere bei beschichteten Stoffen für den digitalen Direktdruck, die Eigenschaften der Beschichtung deutlich beeinflussen.

3. Fehlertoleranzen

Im Herstellungsprozess von Textilien sind gewisse Fehler leider unvermeidbar. Kleinere Flecken sowie etwaige Maschenfehler oder Standreihen sind textiltypisch und müssen deshalb akzeptiert werden. In jedem Fall sollte der Druck unter Beobachtung laufen, um Beschädigungen am Drucker oder Druckkopf zu vermeiden.

4. Wasch- und Hitzeschrumpf

Beim Waschen sowie unter Hitzeeinwirkung können Stoffe aus synthetischen Garnen schrumpfen. Diese Schrumpfwerte unterscheiden sich je nach Material, Konstruktion und Verfahren (Waschen bei 40 °C, Steaming, Kalandern). Niedrige Schrumpfwerte sind immer ein wichtiger Parameter in unserer Produktion. Je nach Artikel und Anwendung muss ggf. eine speziell vorgeschrumpfte Variante verwendet werden oder man muss – z.B. bei Transferdruck – die Stoffe selbst im Kalander vorschrumpfen. Bei Anwendungen, die auf eine große Fläche passgenau gearbeitet werden müssen, ist es sinnvoll, die genauen Schrumpfwerte der jeweiligen Produktionspartie mit einem Musterstück zu ermitteln.

5. Flammhemmende Stoffe

Flammhemmende Stoffe werden entweder aus flammhemmenden Garnen (z.B. TREVIRA CS®) gefertigt oder während der Ausrüstung flammhemmend behandelt. Prüfungen und Zertifikate werden im Original-Auslieferungszustand der Stoffe erstellt. Aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichen Weiterverarbeitungsschritte (laminieren, waschen, steamen, kalandern, …) sowie der verschiedenen Drucktechniken und Tinten (Siebdruck, Transferdruck, Direktdruck mit Dispersionstinten, UV härtende Tinten, Lösemitteltinten, …) ist es für uns nicht möglich, weitergehende Aussagen zur Flammhemmung zu machen. Generell kann gesagt werden, dass Stoffe aus flammhemmenden Garnen permanent flammhemmende Eigenschaften haben (kann nicht ausgewaschen werden) und nachträglich behandelte Stoffe nicht gewaschen werden sollten um die flammhemmenden Eigenschaften nicht negativ zu beeinflussen. Wir empfehlen, im Zweifelsfall die verarbeiteten Stoffe testen zu lassen.

6. Kalander

Generell sollten Kalander zum Transferdruck oder zur Fixierung von Dispersionstinten mit einer Luftabsaugungsanlage ausgestattet sein. Rückstände der Ausrüstungen sowie der Tinten und Restfeuchtigkeit z.B. aus den Textilien oder den Beschichtungen können zum Abdampfen führen. Um Verschmutzungen z.B. des Kalandervlieses vorzubeugen sollte beidseitig ein ausreichend starkes Schutzpapier mitlaufen und die Fixiertemperatur 195 °C nicht überschreiten. Regelmäßiges Warten und Reinigen des Kalanders beugt Verschmutzungen vor.

7. Nachträgliche Zuschnitte (Abstechen)

Nachträgliches Abstechen von Breitware (zum Beispiel 310 cm in 3 × 103 cm) erfolgt gegen Berechnung und auf Risiko des Auftraggebers. Die Schnitte werden an der fertigen Rolle durchgeführt und können bis zu 1,5 cm in jede Richtung schwanken. Durch die Wiederholung der Schwankung pro Umdrehung der Rolle erscheint die Kante wellig und muss in jedem Fall bei der Weiterverarbeitung geschnitten oder umgenäht werden. Eine Reklamation von geschnittener Ware ist ausgeschlossen.

8. INKTeX+ Lotos®

Bitte beachten Sie die zusätzlichen Verarbeitungshinweise unter www.g-o-friedrich.com/lotos.pdf

9. Farbe »rohweiß«

Die Farbe »rohweiß« entspricht der Grundfarbe des Garnes, d.h. der Stoff wird nicht gefärbt um eine bestimmte Farbe zu gewährleisten. Ändert sich die Grundfarbe des Garnes, ändert sich auch der Farbton »rohweiß« für diesen Artikel.

10. Umweltverträglichkeit/Gesundheitsverträglichkeit von Druckstoffen mit Beschichtung »FL, BC, FC, FLBA, FLBE, FLBJ, FLBM, FLBN und Sonstige«

Kontakt zwischen Haut und Textil

Hier ist darauf hinzuweisen dass die Ausrüstung entsprechend den Vorgaben und Anforderungen der aktuell gültigen Bedarfsgegenständeverordnung und teilweise des Öko-Tex Standards 100 entspricht. Es kommen ausschließlich Textilhilfsmittel- und Farbstoffzubereitungen sowie Chemikalien zum Einsatz, die nach den einschlägigen chemikalienrechtlichen Regelungen wie z.B. der Lebensmittel- und Bedarfsgegenständeverordnung oder dem Chemikaliengesetz in Verbindung mit der Chemikalienverbotsverordnung aber auch spezielleren Regelungen wie z.B. die Altautoverordnung, zugelassen sind. Insoweit ist, bei sachgerechter Verarbeitung, von keiner Gesundheitsgefährdung auszugehen.

Gesundheitsgefährdende Dämpfe

Bei sachgerechtem Umgang während der Verarbeitung ist auch in diesem Punkt von keiner Gesundheitsgefährdung auszugehen. Diese Vorgaben sind jedoch zu beachten: Das Textil darf keiner thermischen Behandlung über 210° ausgesetzt werden, da ansonsten chemische Zersetzungsreaktionen mit der Folge möglicher gesundheitsgefährdender oder korrosiv wirkender Dämpfe, nicht auszuschließen sind. Grundsätzlich ist bei allen Fixier- bzw. Kalandervorgängen eine entsprechende Luftabsaugung unbedingt notwendig, da in den Ausrüstungen und Tinten Zusatz- und Hilfsmittel enthalten sind. Hier ist auf die Sicherheitsdatenblätter der Tintenhersteller zu verweisen, in den die möglichen Gefahren und Vorbeugemaßnahmen genannt werden sollten.

Rückstände auf Kalander / Kalandervlies o. ä.

Bei Stoffen mit einer auf der Faser sitzenden, druckverbessernden Beschichtung (z.B. FL, FLBA, FLBE …) sind Rückstände auf den Verarbeitungsmaschinen, insbesondere bei großen Verarbeitungsmengen, nicht auszuschließen. Die Benutzung von ausreichend starkem Schutzpapier sowie eine regelmäßige und gründliche Reinigung ist deshalb in jedem Fall notwendig. Hier ist aber anzumerken, dass auch die Tinte beim fixieren Rückstände hinterlässt.

11. Druckergebnisse, Farbechtheiten, Moiré

Druckergebnisse und Farbechtheiten (Reibechtheit, Lichtechtheit, Waschechtheit, Abfärben) sind immer das Ergebnis aller eingesetzten Komponenten (Drucker, Tintentype, Tintenhersteller, Trocknung, Fixierung, Transport, Lagerung, Umweltbedingungen [Luftfeuchtigkeit, usw, …]) und können nicht generell garantiert werden. Aus diesem Grund ist es unablässig, dass jede neue Kombination, bzw. die Änderung einer jeden Komponente vom Anwender getestet wird.

Moiré kann bei Inkjet-Direktdruck zum Beispiel dann entstehen, wenn sich Druckraster und Stoffraster überlagern. Dieser Effekt kann vom Stoff nicht beeinflusst werden. Sollte Moiré hieraus entstehen, kann keine Haftung übernommen werden. Oft hilft es, die Druckauflösung zu ändern, die Ausrichtung der Druckköpfe zu prüfen oder die Druckseite des Textils zu wechseln.